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Ausgemustert - Seite 2

Nico (Tony Baillargeat) steht in den Diensten des "Normannen" - ein Job, der von Tag zu Tag gefährlicher wird. Denn Le Normand führt Krieg gegen rivalisierende Banden und eine von ihnen zwingt Nico zum Verrat: Er soll seinen Auftraggeber in eine Falle locken. Doch der Deal geht schief, der Normanne will Rache. So kommt ein Drama in Gang, das immer mehr Opfer fordert: erst Sergio (Enrico Mattaroccia), Ricos Freund und Mitbewohner, dann seinen Bruder Eric (Eric Borras). Klar, dass Nico ebenfalls nach Rache sinnt; tapfer kämpft er sich bis zum Hauptquartier des Philosophen-Killers in Le Havre vor, wo alles ein unerwartetes Ende nimmt...

Ausgemustert

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Milieustudie, Gangster-Ballade, morbide Elegie - Tony Baillargeat ist mit seinem Spielfilm-Erstling auf Anhieb ein vielschichtiges Kunststück gelungen, das einen persönlichen Blick auf Verbrechen, Schuld und Gewalt mit Genre-Versatzstücken eigensinnig und spannend kombiniert. (Institut Francais)

Man muss sich schon erwärmen für diesen Gangster-Film, in dem der Held französische klassische Lyrik zitiert, während er Kniegelenke zertrümmert, Glieder zersägt oder jemand, der ihm unklugerweise in die Quere kommt, mit Kugeln durchlöchert. Tony Baillargeats Debütfilm AUSGEMUSTERT - LES DECLASSES prahlt mit seinem Helden "Le Normand", der Normanne, ein vernarbter Bandit aus Le Havre, mit einem Schnauzbart à la Asterix, einem Hang zu altbewährter Philosophie und dem gleichen Geschlecht zugetan. Er gehört zur ersten Garde von Gangstern in Paris. Er spielt Domino mit seinen Opfern, spendiert ihnen Einblicke in Jules Laforgues Verse und holt sich seine Sex-Boys auf dem schwulen Straßenstrich. "Willst du mich töten?" fragt ihn einer seiner glücklosen Opfer, als er mit seinem Hammer fuchtelt. "Ich weiß nicht" antwortet der Normanne, "ich werde dich damit schlagen und dann sehen ob du stirbst". Ein Zug makabren Humors durchzieht den Film. Aber es gibt auch poetisch-zärtliche Momente im Film. In seiner eigenen rauhen Weise ist der Film sehr stilvoll gedreht, es ist dennoch eine sehr brutale Kost. Drehbuchautor und Regisseur Baillargeat spielt Nico, einen muskulösen Kleinkriminellen, der in den Sumpf des "Stanley Kowalski" gerät, erpresst wird und den Normannen verrät. Die Gangsterbanden reagieren in der üblichen Weise, indem sie Nicos Bruder umlegen und damit zum überraschenden Filmfinale überleiten. Der 29jährige Baillargeat führte bisher Regie bei seinem Kurzfilm "Poker Night", eine Adaption des Theaterstücks von Philippe Pillon. Er hat außerdem in etlichen Filmen mitgewirkt, u. a. in Philippe Grandieux's "Sombre" und Gael Morel's "Grande Surface". (Geoffrey MacNab, Rotterdam Filmfestival)

Ein Höhepunkt des Tesafilm-Festivals, das jungen internationalen Nachwuchsregisseuren ein Podium gibt, ist eine deutsch-französische Koproduktion. Der 29jährige Tony Baillargeat zeigte seinen Erstling "Les Déclassés". Baillargeat, der schon mit 12 Jahren anfing für Theater und Kino zu schreiben, ist ein Multitalent. In seinem Film hat er nicht nur Regie geführt. Auch das Drehbuch stammt von ihm. Und er spielt die Hauptrolle: Nico, einen jungen Mann von der Schattenseite des Lebens, der für einen Pariser Drogendealer arbeitet, einen Killer - und das macht den Reiz dieses Films aus -, der aber auch Poet und Philosoph ist: ein Zwitter aus Gewalt und Intellekt. Nico, der im Grunde unschuldige Junge aus der Provinz, wird am Ende über ihn triumphieren. "Mein Film soll die Ambiguität aufzeigen, die in jedem von uns steckt," sagt der Regisseur, "wenn ich ihm ein Etikett umhängen müsste, stufte ich ihn als psychologischen Krimi ein, irgendwo zwischen Scorseses "Taxidriver" und Carnés "Hafen im Nebel". Referenzen, die für einen guten Geschmack sprechen... Zur Brutalität in seinem Film befragt, meint er: "Ich will die Gewalt nicht verklären, sondern zeigen, warum meine Figuren überhaupt so gewalttätig werden." Bei seinen jungen Helden ist ihm das auch gelungen. (Die Welt)

 

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