Kleine Sünden - Pecata Minuta - Seite 2

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Das Kloster, halb Gefängnis, halb Altersheim, ist der Ort, an dem die Handlung spielt und der Raum, in dem sich die Träume, Illusionen sowie die kleinen Erpressungen und Kämpfe der Frauengemeinschaft entwickeln.

 

Kleine Sünden
PRESSESTIMMEN:
Der Film injiziert Leben in jenes abgedroschene Nebengenre der Nonnenkomödie und zapft dabei die kulturelle Nostalgie eines Publikums an, das während der Messe zu kichern pflegte.

Das reichlich unmodische, aber angenehme Debüt des Schauspielers Ramon Barea auf dem Regiestuhl erzielt dabei Charme und Einblicke, was für die liebevolle Zuneigung spricht, die er als sein Thema ansieht.

Die Stärke des Films liegt in dem Verständnis das Barea seinem Thema entgegenbringt, sowie seinem Mitgefühl für eine Figurengruppe liebenswerter Unschuldigen, von denen jeder auf seine Weise durch die Härten eines gläubigen Lebens deformiert ist. Die ganze Geschichte spielt in einem, langsam zerfallenden, von aller Welt anscheinend aufgegebenem Kloster, in dem es zwei Fraktionen gibt, die miteinander im Kriegszustand liegen - die altmodisch eingestellten Nonnen unter der Führung der stellvertretenden Äbtissin (Itziar Lazkano), die voller Liebe den toten Leib der Gründerin des Klosters bewachen, und die progressiv gesinnte Äbtissin (Ione Irazabal), die meint, die Nonne müssten sich der modernen Welt aufschließen. Ihre Sekretärin beklagt sich: "Ich kann mich nicht von heute auf morgen von Olivetti auf Windows 95 umstellen: ich bin nicht Salomo!"

Der entscheidende Teil der Story konzentriert sich auf eine Gruppe von Nonnen, die einen Tunnel unter dem Beichtstuhl graben, um zu entfliehen. Darunter sind die zigarettenrauchende Schwester Rufina (Elena Irureta) mit ihrem Macho-Wesen, die immer Priesterin sein wollte, Schwester Asun (Loli Astoreka), die glaubt schwanger zu sein, und schließlich ein Baby geboren zu haben, Schwester Remedios (Aitzpea Goenaga) die heiter auf eine Statue von Jesus einplaudert, als wäre er am Leben, und Rosarito (Ane Gabarain, mit der stärksten komischen Leistung), deren Unschuld an Einfalt grenzt.

Nach einer ganzen Menge wohlvertrautem Theater einschließlich der üblichen Verwechslungen und nächtlichem Durcheinander gelingt den Nonnen schließlich die Flucht. Die übrigen Personen sind stark herausgearbeitet, vor allem ein junger Einfaltspinsel, der vor den Klostermauern steht und sich sexuellen Fantasien über die Vorgänge drinnen hingibt, und zwei schwarze Nonnen, die schöne alte Lieder aus Afrika singen.

Der Film ist eine ungewöhnliche Mischung aus Wärme und einem ausgeprägten Appeal an intellektuelle Ansprüche (oder Kitsch!). Das Beste ist der geistliche Dialog. (Variety)

IM BEIPROGRAMM

Txotx  Schwarzhumoriger Kurzfilm aus dem Baskenland
Regie und Drehbuch: Asier Altuna und Telmo Esnal
Produktion: José María Lara P.C. und Euskalmedia. Kamera: J.L. Moreno. Musik: Juan Zulaika. Schnitt: Pite Piñas y J. Ortiz de Landazuri.Darsteller: Pako Sagarzazu, Arantxa Izeta, Kandido Uranga, Anartz Zuzaua, Jose Mari Escobar, Mikel Laskurain, Josu Garmendia.
Anmerkungen: Spanien 1997, Farbe, 15 Minuten, OmU
Txotx Eine Cidrekneipe ist im ganzen Baskenland wegen ihrer herausragenden Fleischgerichte bekannt und beliebt. Ein paar Freunde lernen bei einer feuchtfröhlichen Feier die dunkle Seite des anregenden Ortes kennen.


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